Am 27.11.2025 waren Wissenschaftliche Begleitung und Forschungsassistenz des deutsch-polnischen Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) „Grenzüberschreitende Synergien von Raumordnung und Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Oder“ vor Ort im Oderbruch zu Gast. Toralf Schiwietz, Geschäftsführer der Euroregion Pro Europa Viadrina – Mittlere Oder e. V. und Tobias Hartmann von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Kulturerbe Oderbruch erläuterten Dirk Gebhardt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) sowie Sven Friedrich, INFRASTRUKTUR & UMWELT (IU), wie das MORO-Projekt „Zwischen Planung und Management – Kultur und Praxis des vorbeugenden Hochwasserschutzes in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA“ arbeitet und womit es sich befasst.

Ausgehend vom Deichkilometer 0 bei Reitwein besichtigten sie markante Orte, die im Zusammenhang mit Wassermanagement und Hochwasserschutz im Oderbruch stehen. Am Heber in Kienitz erläuterte Julien Butschke Geschäftsführer des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch, dass das Oderbruch durch ein komplexes Wassermanagement be- und entwässert wird. Aufgrund der Neigung des Oderbruchs von Nordosten nach Südwesten wird das Wasser mit Hilfe von 24 Schöpfwerken über das Grabensystem und die Alte Oder im gesamten Oderbruch verteilt und über das Wehr Hohensaaten in die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße abgeschlagen.

Nach weiteren Zwischenstopps in Zollbrücke und an der Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki ging es ins Oderbruch Museum, durch welches Lars Fischer, Oderbruch Museum und Tobias Hartmann, Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kulturerbe Oderbruch führten. Das Oderbruch Museum stellt das Oderbruch als eine vom Wasser geprägte Kulturlandschaft aus den unterschiedlichen Perspektiven der dort lebenden und arbeitenden Menschen dar und arbeitet dabei eng mit den hier lebenden Menschen zusammen. Die besondere Topographie des Oderbruchs und die daraus resultierenden Abflussverhältnisse werden im Museum in einer Kunstinstallation (Gespinst) und in einer Murmelbahn sehr plastisch dargestellt.

Die Bereisung des Oderbruchs hat verdeutlicht, wie eng Wasser und Kulturlandschaft im Oderbruch verwoben sind, wie ein komplexes, nur in der Landschaft sichtbares Wassermanagement den Alltag der im Oderbruch lebenden und arbeitenden Menschen beeinflusst und wie diese mit der Ressource Wasser als Bedrohung aber gleichzeitig als Chance umgehen.
Zudem hat die Bereisung gezeigt, wie die zuständigen Akteure vor Ort pragmatisch und mit hohem Engagement die Ressource Wasser im Oderbruch bewirtschaften und Konflikte, bspw. beim Bibermanagement lösen.

Insbesondere die Tätigkeit des Oderbruch Museums Altranft zeigt, wie wichtig es ist, die abstrakte Verwaltungstätigkeit der Fach- und Raumplanung mit der Lebenswirklichkeit der im Oderbruch lebenden Menschen zu verknüpfen und diese in eher abstrakte Planungsprozesse einzubeziehen.