Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Wasser- und Bodenverbänden sowie Fachinstitutionen kamen am 17. Juni 2026 im Gutshaus Felchow bei Schwedt/Oder zum ersten MORO-Informations- und Vernetzungstreffen „Wasserrückhalt fördern: Wie Kommunen stärker ins Handeln kommen können“ zusammen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) „Dialogprozess zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ statt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kommunen angesichts zunehmender Trockenheit, sinkender Grundwasservorräte und häufiger Extremwetterereignisse mehr Maßnahmen zum Wasserrückhalt umsetzen können. Fachvorträge zeigten auf, welche Möglichkeiten die Bauleitplanung, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie verschiedene Förderprogramme bieten, um den Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren.
Praxisbeispiele aus Schwedt/Oder, Eberswalde und dem Amt Gartz (Oder) verdeutlichten, dass bereits heute zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden können. Vorgestellt wurden unter anderem die Entwicklung des Landgrabenparks in Schwedt/Oder als Retentionsraum, kommunale Klimaanpassungsstrategien sowie die Sanierung von Gewässern mit Unterstützung von Fördermitteln.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Fördermöglichkeiten des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) und des NaturSchutzFonds Brandenburg. Die Teilnehmenden erhielten Informationen zu aktuellen Finanzierungsinstrumenten und Beratungsangeboten, die Kommunen bei der Planung und Umsetzung von Wasserrückhalteprojekten unterstützen können.
In den Diskussionsrunden wurden zentrale Herausforderungen benannt, darunter Flächenkonkurrenz, langwierige Planungsprozesse, begrenzte personelle Ressourcen sowie die Notwendigkeit, die Bevölkerung stärker für die Bedeutung eines stabilen Landschaftswasserhaushalts zu sensibilisieren. Gleichzeitig wurde deutlich, dass erfolgreiche Maßnahmen nur im Zusammenwirken von Kommunen, Fachbehörden, Verbänden, Flächeneigentümern und Investoren umgesetzt werden können.
Die Veranstaltung unterstrich den hohen Handlungsbedarf, aber auch die Vielzahl bereits vorhandener Unterstützungs- und Förderangebote. Das MORO-Projekt wird den Dialogprozess fortführen. Für Frühjahr 2027 ist ein weiteres Informations- und Vernetzungstreffen mit den Kommunen der Region geplant.
Weitere Informationen zum MORO-Projekt „Dialogprozess zur Verbesserung des Wasserhaushalts der Landschaft in der deutsch-polnischen Grenzregion“ finden Sie auf der Website der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim:
https://uckermark-barnim.de/projekte/wasserhaushalt/
Titelbild: Treffen im Schlosspark Felchow, © RPG UM-BAR