I. Einleitung

Das Gemeinsame Zukunftskonzept 2050 für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum legt die Basis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf beiden Seiten der Oder und der Lausitzer Neiße. Es baut auf den Erfahrungen des Vorgänger-Konzeptes auf, das seit seiner Verabschiedung in 2016 ein Fixpunkt für die gemeinsame Arbeit im Verflechtungsraum geworden ist. Seitdem ist viel geschehen: Bilaterale Projekte zur gemeinsamen Raumplanung, eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Europäischen Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON, gemeinsame deutsch-polnische Eisenbahnkarten und ein Abkommen der beiden Metropolregionen Berlin und Stettin im Frühjahr 2026 – diese und viele weitere Initiativen aus Bundesländern und Wojewodschaften zeigen, wie dynamisch das nachbarschaftliche Verhältnis geworden ist.
Das vorliegende Konzept – Vision 2050 – setzt neue Akzente und trägt darüber hinaus der geänderten geopolitischen Situation Rechnung, in der sich Polen und Deutschland seit Februar 2022 befinden: Die fünf Handlungsfelder des Konzepts werden in weiten Teilen beibehalten und aktualisiert. In zwei Bereichen – „Nachhaltiges Wachstum fördern“ sowie „Die Grundlagen für eine hohe Lebensqualität sichern“ – werden neue Handlungsfelder mit einem stärkeren Bezug zu Energie und Energiesicherheit sowie Umwelt und Klimaanpassung eingeführt. Die Zusammenarbeit im Zivil- und Katastrophenschutz wird stärker als im Vorgängerkonzept hervorgehoben. Darüber hinaus widmet sich ein neues, sechstes Handlungsfeld dem Schutz und der Nutzung der Ostsee im Verflechtungsraum.
Das Konzept zeigt auf, welche Potenziale der Verflechtungsraum besitzt. Es enthält keine formalen planerischen Festlegungen, sondern soll als raumordnerische Handlungsempfehlung die Arbeit aller Beteiligten im Verflechtungsraum erleichtern – damit aus der Vision Wirklichkeit wird und bis 2050 ein gemeinsamer, nachhaltiger und resilienter Wachstumsraum im Herzen Europas entsteht.

II. Verfahren

Ende März 2025 trafen sich daher Vertreterinnen und Vertreter des Deutsch-Polnischen Raumordnungsausschusses im polnischen Szczecin, um über die Fortschreibung des GZK 2030 zu beraten. Die bisherige Arbeitsgemeinschaft (AG) „Umsetzung“ erhielt im Sommer 2024 bei der Ausschusssitzung das Mandat, das Konzept kritisch zu prüfen und auf einen neuen Stand zu bringen.
Der Leiter der AG für die Jahre 2025–2026 ist Leszek Jastrzębski, Direktor des Regionalen Raumplanungsbüros der Wojewodschaft Westpommern in Stettin (RBGP WZ). Er wird dabei unterstützt von Justyna Strzyżewska und Julita Miłosz-Augustowska. Ebenfalls zählen Nicole Zimmer aus dem Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) und Dirk Gebhardt, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), zur Koordinierungsgruppe. Austausch mit und Unterstützung durch den Deutsch-Polnischen Raumordnungsausschuss sowie Akteuren anderer Ressorts werden dauerhaft durch weitere Treffen der neuen AG „Fortschreibung“ sichergestellt. Inzwischen hat die Arbeitsgruppe Ergebnisse zahlreicher Treffen zusammengetragen und gemeinschaftlich in eine Struktur und aktualisierte Handlungsfelder des Zukunftskonzepts überführt.
Im Herbst 2026 wird eine Phase fachlicher und öffentlicher Konsultationen beginnen. Darüber sowie weitere aktuelle Entwicklungen informiert das Deutsch-Polnische Raumordnungsportal. Es behandelt zudem Fragestellungen der gemeinsamen Raumordnung und macht auf Termine und Veröffentlichungen aufmerksam.
Nur durch das Zusammenwirken vieler Menschen und Institutionen kann das Konzept erfolgreich umgesetzt werden. Für das Zukunftskonzept 2050 wird daher ein breiter Partizipationsprozess gestartet, dessen Ergebnisse in die finale Version des Konzeptes einfließen.

Weitere Informationen

Fortschreibung des Gemeinsamen Zukunftskonzepts für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum (GZK)

Bericht über das Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe zur Fortschreibung des „Gemeinsamen Zukunftskonzepts für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum – Vision 2030“ (GZK 2030) am 18. und 19. Februar 2026 fand in Swinemünde

GZK 2050 Sitzung in Posen - WKP 2050 posiedzenie w Poznaniu

GZK-2050-Sitzung in Posen, © Bogusława Guzowska (RBGPWZ)