Am 23. Juni 2026 fand im Rahmen des Wasser-MORO der 4. deutsch-polnische Online-Fachaustausch zum Thema „Klimaresilienz als Anknüpfungspunkt für den deutsch-polnischen Dialog in der grenzüberschreitenden Raumordnung“ statt. Fachleute aus Raumordnung, Wasserwirtschaft, Regionalplanung und Wissenschaft diskutierten aktuelle Entwicklungen in den Modellvorhaben sowie erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die deutsch-polnische Zusammenarbeit zur klimaresilienten Entwicklung der Grenzregion beitragen kann.
Modellprojekte liefern wichtige Impulse
Vorgestellt wurden die drei MORO-Modellvorhaben mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Projekt „Wiederherstellung des Wasserhaushalts in der Ueckermünder Heide“ zeigt praktische Ansätze zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts und zur stärkeren Wasserrückhaltung in der Landschaft. Die bisherigen Arbeiten verdeutlichen, dass sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite ein wachsendes Interesse an naturbasierten Lösungen und Maßnahmen zur Wasserrückhaltung besteht.
Das Modellvorhaben der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim verfolgt das Ziel, unterschiedliche regionale Akteure zusammenzubringen und gemeinsame Lösungsansätze für einen stabileren Landschaftswasserhaushalt zu entwickeln. Erste Erkenntnisse zeigen, dass die Herausforderungen in beiden Ländern ähnlich sind und ein großer Bedarf an Austausch, Information und Zusammenarbeit besteht.
Das dritte Projekt befasst sich mit dem vorbeugenden Hochwasserschutz in der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA. Im Fokus stehen planerische und kommunikative Ansätze, um Hochwasserrisiken sichtbar zu machen und das Bewusstsein für Klimafolgen zu stärken.
Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung
Die wissenschaftliche Begleitforschung untersucht seit 2024 die Schnittstellen zwischen Raumordnung und Wasserwirtschaft sowie die Potenziale einer stärkeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wichtige Planungsinstrumente für Hochwasserschutz und Wassermanagement bereits vorhanden sind, ihre Anwendung jedoch regional unterschiedlich erfolgt.
Als zentrale Herausforderung wurde die teilweise noch unzureichende Verzahnung von Raumordnung und Wasserwirtschaft benannt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Raumordnung wichtige Beiträge zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts leisten kann. Die Teilnehmenden betonten die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Fachplanung, Regionalplanung und Wasserwirtschaft sowie eines verstärkten deutsch-polnischen Erfahrungsaustauschs.

Ergebnisse und Erkenntnisse der Wasser-MORO-Begleitforschung / Wyniki i wnioski z badań naukowych towarzyszących MORO nt. wody
Klimaresilienz als gemeinsame Aufgabe
Die Diskussion verdeutlichte, dass die Folgen des Klimawandels und veränderter Wasserhaushalte nur gemeinsam bewältigt werden können. Als wichtige Handlungsfelder wurden die Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts, der vorbeugende Hochwasserschutz sowie die Zusammenarbeit von Kommunen und Regionen identifiziert. Darüber hinaus wurde angeregt, vorhandene Planungsgrundlagen stärker zu nutzen und Methoden zur Ermittlung von Retentionspotenzialen weiterzuentwickeln.
Ausblick
Die Ergebnisse des Fachaustauschs werden weiter ausgewertet und veröffentlicht. Am 17. November 2026 ist der zweite deutsch-polnische Workshop der Modellregionen in Berlin geplant. Die Dynamik der laufenden Modellvorhaben zeigt, dass gute Voraussetzungen bestehen, die Zusammenarbeit im Bereich Klimaresilienz und Wassermanagement in der deutsch-polnischen Grenzregion weiter auszubauen.
Dokumentation
Leitpräsentation des 4. Online-Fachaustauschs (auf Anfrage per Mail erhältlich)